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Rechtsextremismus in Siegen

Erstellt am 16. Mai 2012

 

Am 08.03.2012 wurde die Veranstaltung zu „Rechtsextremismus in Siegen“ durch gemeinsame Arbeit und Organisation von Antidiskriminierung Büro Stadt Siegen und Mediathek gegen Rassismus und Diskriminierung durchgeführt.
Herr PD Dr. phil. habil. Oliver Decker hielt einen wissenschaftlichen Vortrag über Situations- und Ressourcenanalyse im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ und eingehend auf den Strukturwandel und die Vernetzung der rechten Szene in Siegen.
Im Anschluss hat er dem Publikum Handlungsempfehlungen seiner Expertise vom Nov. 2011 vorgestellt

Zum Beginn des Vortrags hat Dr. Decker der Begriffe Rechtsextremismus, die rechtsextreme Einstellung, rechtsextreme motivierte Straftaten und Gewalttaten im Bund erklärt.
Man kann an der rechtsextremen Einstellung Dimensionen unterscheiden: Befürwortung einer Diktatur, Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Sozialdarwinismus und Verharmlosung des Nationalsozialismus. Die rechtsextreme Einstellung findet sich, je nach Dimension, bei 5% bis 30% der Bevölkerung.

NRW weist gegenüber der bundesweiten Ausprägung einige Besonderheiten auf. So ist die Ausländerfeindlichkeit unterdurchschnittlich stark ausgeprägt, dagegen sind aber wird Antisemitismus und Sozialdarwinismus überdurchschnittlich stark vertreten. Die ausländerfeindliche Einstellung bietet sich Rechtsextremen als „Brückenfunktion“ an, wie die entsprechenden Parteien und Organisationen frühzeitig erkannt haben.
Für die Situations- und Ressourcenanalyse zum Rechtsextremismus in Siegen wurden verschiedenen Zugänge genutzt. Zum Einsatz kamen fragebogengestützten (papier-pencil) und direkte (face-to-face) Experten/ Expertinneninterviews. Für die fragebogengestützten Interviews wurden 62 Vereine und Initiativen und 48 Schulen in Siegen kontaktiert.
Für die Situationsanalyse des Rechtsextremismus in der Stadt Siegen interessiert vor allem, dass von einer Schwächung der sichtbaren „Opposition im System“, nämlich der NPD, keinesfalls auf eine Schwächung des Rechtsextremismus insgesamt geschlossen werden darf. Aber die Rechtsextrem motivierte Straf- und Gewalttaten zeigen eine Radikalisierung in der rechtsextremen Szene. Die kontinuierliche Gewalt von Rechtsextremen macht deutlich, dass unabhängig von rechtsextremen Parteien wie der NPD oder den REP, eine organisierte rechtsextreme Szene in Siegen aktiv ist. Ein Ergebnis der Situationsanalyse ist es, dass die Ausländerfeindlichkeit das größte Problemfeld für die Arbeit gegen Rechtsextremismus in Siegen darstellt. Die Ausländerfeindlichkeit ist in all ihren Erscheinungsformen die „Einstiegsdroge“ in den Rechtsextremismus.

Dr. Decker hat bei der Ressourcenanalyse hinzugefügt, dass die Stadt Siegen bereits verschiedene Projekte initiiert, die als Ressourcen in der Arbeit gegen Rechtsextremismus angeführt werden können. In der Stadt Siegen existierten gut etablierte Strukturen für die Arbeit gegen Rechtsextremismus und für die Demokratie. Die Stadt Siegen ist z.B. seit dem 15.10.2008 als eine von 19 bundesdeutschen Städten Mitglied der UNESCO-Städtekoalition gegen Rassismus.
Als Abschluss und Handlungsempfehlungen wurden die Experten und Expertinnen nach konkreten Projektvorschlägen befragt: Die häufig genannte Forderung nach einer besseren Vernetzung der Arbeit ist oft mit einem wichtigen Hinweis versehen: Die Vernetzung sollte sich nicht auf die zivilgesellschaftlichen Akteure innerhalb Siegens beschränken, da das Netzwerk der Rechtsextremen überregional organisiert sei. Darauf müsse man reagieren.

Nach dem ca. einstündigen Vortrag gab es die Möglichkeit zur Diskussion und Fragestellungen. Die Veranstaltung wurde vom zahlreichen Publikum sehr gut angenommen und sehr lebhaft diskutiert. Die Mediathek hat die Veranstaltung mit einem Infotisch über das Thema „Rechtsextremismus“ durch verschiedene Materialien, unterstützt und hat gleichzeitig das interessierte Publikum, Medien ausgeliehen.




Bild für: Rechtsextremismus in Siegen

Gruppenbesuch der Bezirksregieung/ Arnsberg in der Mediathek

Erstellt am 27. April 2012

 

Am 17.04.2012 wurde die Mediathek von Herrn Hetmann, Bezirksregierung in Arnsberg und seinen Kollegen aus der Internet- und Medienabteilung besucht.
Die Regierungsbezirke sind Einrichtungen der Landesverwaltung im Land Nordrhein-Westfalen. Die Bezirksregierungen sind in Nordrhein-Westfalen Landesmittelbehörden und übernehmen damit in der Verwaltungshierachie eine mittlere Stellung zwischen der Ministerialebene und den unteren Landesbehörden sowie den Kommunen. Seit dem 1. Januar 2008 ist die Landesstelle als Dezernat 36 – Kompetenzzentrum für Integration in die Bezirksregierung Arnsberg eingegliedert worden. Das Kompetenzzentrum regelt die Verteilung der Flüchtlinge, die im Rahmen eines humanitären Sonderaufnahmeverfahrens nach NRW einreisen. Aktuell handelt es sich um irakische, iranische und somalische Flüchtlinge mit Dauerbleiberecht und adäquaten Integrations- und Sozialleistungen sowie um Spätaussiedler und jüdischen Zuwanderern.
Die Bezirksregierung in Arnsberg ist für die Förderung, die Bewilligung der Anträge und der technischen Arbeit für alle Antidiskriminierungsbüros und für die 128 Integrationsagenturen in NRW, sowie für die Mediathek gegen Rassismus und Diskriminierung in Siegen als spezifische Maßnahme zuständig.

Nach der Begrüßung wurde die Mediathek und ihre Aufgabenbereiche durch eine Powerpoint/ Präsentation vorgestellt und gleichzeitig die gestellten Fragen beantwortet.

Anschließend zeigte die Mediathek den Kurzfilm: „Hand in Hand“ mit dem Thema: „Vorurteile“
Im zweiten Teil der Präsentation stellte ADB Siegen das Grundschulprojekt „ Miteinander leben und von einander lernen“ vor.
Die praktische Anwendung sowie sein Ablauf in der Unterrichtsplanung wurden erklärt.

Zum Schluss haben Herr Hetmann und seine Kollegen sich über die geleistete Arbeit in der Mediathek und im Antidiskriminierungsbüro unter dem Dach „Verein für soziale Arbeit und Kultur“ begeistert gezeigt und die präventive Arbeit, besonders mit kleinen Kindern in den Grundschulen gelobt.


Bild für: Gruppenbesuch der Bezirksregieung/ Arnsberg in der Mediathek

Egbuna in Siegener Schulen

Erstellt am 11. April 2012

 

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, vom 13.03. bis 16.03.2012, las Herr Anatol Egbuna, Autor von: Neger!!!! Schwarzer Sohn einer weißen Mutter“ und „ OYIBO!!!! Weißer Sohn eines schwarzen Vaters““ in vier Siegener Schulen. ( Gymnasium, Siegen/ Weidenau, Gymnasium am Löhrtor, Realschule am Oberen Schloß und Rudolf Steiner Schule/ Waldorfschule in Siegen) aus seinen beiden Büchern.

Die Lesung wurde von der Mediathek gegen Rassismus und Diskriminierung in Zusammenarbeit mit den Schulen organisiert und begleitet. Zu Beginn der Lesungen stellte die Mediathek ihre Arbeit vor und wies auf die Möglichkeit der kostenlosen Ausleihe von Büchern und Filmen gegen Rassismus und Diskriminierung hin (www.mediathek-siegen.de)

Herr Egbuna las Passagen aus seinen Büchern vor, berichtete aber auch über seine persönlichen Erfahrungen mit alltäglichem Rassismus, die er in seiner Schulzeit und auch noch heute erlebt hat,

Anatol Egbuna beschrieb sein leidvolles Leben in Nigeria, das er bis 1996 unter brutalsten Bedingungen in Nigeria bei seinem Vater und seiner Stiefmutter erlebt hat, nachdem seine Mutter das Land 1982 verlassen hatte. Nach seiner dramatischen Flucht, mit Hilfe der deutschen Botschaft, kam er nach Hamburg. Dort beendete er seine Lehre und sein Studium. In Nigeria wurde ihm als „dem weißen Sklaven“ (OYIBO = der Hellhäutige) das Leben nicht nur in der Familie, sondern auch in der Schule schwer gemacht und er war immer wieder mit diskriminierenden und rassistischen Angriffen als Weißer konfrontiert.
In Deutschland angelangt, schildert der Autor sein von mitmenschlicher Intoleranz, Verachtung, Vorurteilen, Diskriminierung und dem Verlangen nach elterlicher Liebe getränktes Leben. Aus dem Albtraum seiner nigerianischen Kindheit erwacht, führt ihn sein neuer Pfad der sogenannten Freiheit zu der traurigen Erkenntnis, auch hier, im Lande seiner Mutter „anders zu sein.

Auch seinen Umgang mit rassitischen Vorurteilen damals und heute, erläuterte Anatol Egbuna . Nach der Lesung kam eine Diskussionsrunde mit den Schülerinnen und Schülern sowie mit den Lehrern zustande.

Das Gespräch hat die Schüler/innen sehr beeindruckt, vor allem, in welch offener und ehrlicher Art ihre Fragen beantwortet wurden. So entstand bei ihnen das Bild von einer starken Persönlichkeit, die durch die Verarbeitung des eigenen Schicksals gewachsen ist. Seine Botschaft, jeder Mensch habe es selber in der Hand, etwas aus seinem Leben zu machen , hat den Schülerinnen und Schülern imponiert. Als Herr Egbuna zum Schluss sein Gedicht "Mein Leben" zitierte, war der Applaus groß.

Auch sein beeindruckender Umgang mit Verletzungen/ Beleidigungen durch andere Menschen, waren wichtige Erfahrungen, die Anatol Egbuna weitergeben konnte.

Alle beteiligten Schulen an diesem Projekt Schulen waren von der Lesung mit Anatol Egbuna begeistert und wollen auch künftig mit der Mediathek gegen Rassismus zusammenarbeiten.Das Projekt (Autorenlesung/ Anatol Egbuna in Siegener Schulen) wird im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter www.toleranz-fördern-kompetenz-stärken.



Bild für: Egbuna in Siegener Schulen

„Internationaler Tag gegen Rassismus“

Erstellt am 11. April 2012

 

Am 21.03.2012 hat die Stadt Siegen im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“
einen Aktionsnachmittag in der Weidenauer Einkaufszone durchgeführt.


An der Veranstaltung haben die Schulen ohne Rassismus, Siegener Träger und viele Akteure der antirassistischen Arbeit, unter denen sich die Mediathek gegen Rassismus und Diskriminierung befindet, teilgenommen.

Alle Eingeladenen haben sich an den Aktivitäten beteiligt und den Menschen in Siegen ihre Maßnahmen gegen Ausländerfeindlichkeit, Diskriminierung und Rassismus öffentlich vorgestellt und ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung gesetzt.

Frau Bammann, die Sozialdezernentin der Stadt Siegen, eröffnete die Veranstaltung. In ihrer Rede sprach sie davon, dass „ Rassismus im Kopf“ beginnt“. Thema der Veranstaltung war: Was bedeutet Vielfalt? „Rassismus kennt keine Grenzen und kann jeden treffen“, erklärte Bammann. Die Lösung ist der gegenseitige Respekt.

Die Mediathek hat durch einen Infostand die Veranstaltung unterstützt und die aktuellsten Materialien der antirassistischen Arbeit präsentiert.


Bild für: „Internationaler Tag gegen Rassismus“